Graffiti-Schmierereien in 🇩🇪

Graffiti-Schmierereien: Wenn Kunst an Geschmacksverirrung leidet

Deutschland ist ja eigentlich ein Land der Dichter und Denker. Aber offenbar auch der Sprayer und Schmierer. Wo man hinschaut: Hauswände, Bahnhöfe, Stromkästen, Brücken – alles wird zugeschmiert, als wäre die Republik ein einziges Malbuch für verwahrloste Teenager. Und was bleibt zurück? Ein ästhetisches Armutszeugnis zwischen „Achtung, ich habe mir einen Edding für 3,50 € leisten können“ und „Ich war in Kunst leider nur eine 5 wert“.

Natürlich, ich weiß schon: „Graffiti ist Kunst!“ rufen dann die Verteidiger der bunten Wandpest. Ja, es gibt Street-Art, die ist genial, kreativ und verdient eine Galerie. Aber was 99 % der Zeit auf unseren Mauern landet, ist weder Banksy noch Kunst, sondern schlicht optische Körperverletzung. Eine unlesbare Aneinanderreihung von Buchstaben, die aussieht, als hätte jemand mit einem Besen im Vollsuff ein Morsealphabet an die Wand gekloppt.

Was treibt die Sprayer eigentlich an?

Ist es die große Bühne des Ego? „Seht her, ich bin der, der alles vollsaut!“ – Herzlichen Glückwunsch, Mama ist stolz.
Oder geht’s um die romantische Selbstverwirklichung auf Betonflächen, die weder gefragt noch darum gebeten haben? Vielleicht steckt auch pure Zerstörungswut dahinter – wie bei Kleinkindern, die Sandburgen treten, nur dass die Kleinkinder wenigstens noch süß aussehen.

Und das Beste: In anderen Ländern sieht man das kaum. In Japan zum Beispiel. Dort herrscht ein Mindestmaß an Respekt vor fremdem Eigentum. Hierzulande dagegen gilt: Wer eine Spraydose halten kann, darf sein Talent an jeder Lärmschutzwand zwischen Buxtehude und München beweisen.

Mein Vorschlag zur Bestrafung

Wer beim illegalen Schmieren erwischt wird, sollte nicht nur Sozialstunden ableisten oder mit ein bisschen Taschengeldstrafe davonkommen. Nein. Mein Vorschlag: Das geschmierte „Kunstwerk“ wird maĂźstabsgetreu auf die Stirn des KĂĽnstlers tätowiert. FĂĽr die Ewigkeit. Da steht dann fĂĽr alle sichtbar: „Hier sprĂĽht das Ego – leider ohne Stil“. Das schafft Abschreckung und vielleicht auch mal einen DenkanstoĂź, dass man sein Revier nicht an anderer Leute Hauswand markieren muss.

Interview mit einem Sprayer

Meckerbude: Na, erwischt beim Sprayen? Erzähl mal, warum eigentlich?

Sprayer: Ey, das ist Selbstausdruck, verstehste? Ich hinterlass meine Signatur, das ist mein Tag, mein Style, mein… äh… mein Ding halt.

Meckerbude: Dein Ding also. Und was genau drĂĽckst du aus, wenn du „XZL97“ in pinker Farbe auf eine frisch sanierte Hauswand kritzelst? Dass du das Alphabet nur rĂĽckwärts lernst?

Sprayer: Nein, Mann! Das is’ voll individuell. Jeder in der Szene weiĂź, wer ich bin!

Meckerbude: Ach, also ungefähr so wie wenn Opa seinen Namen in den frisch gegossenen Zement schreibt. Nur dass Opa dafĂĽr wenigstens keine Hausdurchsuchung riskiert.

Sprayer: Ey, das is’ Kultur! In den USA feiern die das!

Meckerbude: Ach so. Dann fahr doch bitte sofort nach New York. Da kannst du dich austoben. Aber hier, an Mutti Schulzes Gartenmauer in Castrop-Rauxel, wirkt dein „Style“ ungefähr so kultig wie FuĂźpilz im Schwimmbad.

Sprayer: Ey, du checkst das nicht, Alter. Graffiti is’ Freiheit!

Meckerbude: Freiheit? Wenn ich dir die Stirn tätowiere, hast du die Freiheit, dich jeden Morgen neu im Spiegel ĂĽber deine eigene Kunst zu freuen. Deal?

Sprayer: â€¦

Meckerbude: Dachte ich mir.

Fazit:
Kunst ja, Schmiererei nein. Wer unbedingt sprayen will, soll das bitte an legalen Wänden tun oder sich ein Blatt Papier nehmen. Alles andere ist nichts weiter als pubertärer Vandalismus im bunten Anstrich.

MeckerBoss

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